Terminkalender
Olga Zhukova springt kurzfristig in Petersdorf ein
Ein so nicht erwarteter musikalischer Höhepunkt erwartet Besucher der St. Johannis Kirche in Petersdorf am Dienstag, 26. August 2025. Die international renommierte Organistin Olga Zhukova wird um 20.00 Uhr ein Orgelkonzert geben. Sie übernimmt den Auftritt kurzfristig für ihre Kollegin Dariia Lytvishko, die aus gesundheitlichen Gründen nicht aus Wien anreisen kann.
Kantor Eckhard A. Kretschmer, der das Konzert organisiert, hatte Zhukova schon lange auf seiner Wunschliste. 2022 hatte sie bei einem Benefizkonzert in der Stadtkirche Heiligenhafen gemeinsam mit Lytvishko das Publikum begeistert und die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. „Nach dem Auftritt von Giora Feidmann darf ich mich glücklich schätzen, dass Olga Zhukova eigens für ein Orgelkonzert nach Petersdorf anreist“, freut sich Kretschmer.
Olga Zhukova wurde 1991 in St. Petersburg geboren und erhielt bereits mit fünf Jahren ihre erste musikalische Ausbildung. Sie studierte Orgel und Cembalo am Staatlichen Konservatorium „N. A. Rimski-Korsakow“ in St. Petersburg sowie an der Hochschule für Musik Lausanne, wo sie für die beste Masterarbeit und das beste Masterkonzert ausgezeichnet wurde. Weitere Studien führten sie an die Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen und seit Oktober 2024 an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wo sie den Master Kirchenmusik absolviert.
Die mehrfach preisgekrönte Organistin gewann 2013 den ersten Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in Wuppertal. Seither konzertierte sie in bedeutenden Sälen und Kirchen in Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich, England und Russland. Engagements führten sie unter anderem in die Westminster Abbey in London, die Tonhalle Zürich, die St.-Pierre-Kathedrale in Genf und die Philharmonie St. Petersburg. Zudem trat sie bei internationalen Orgelfestivals in der Schweiz, in Italien und in Portugal auf und wirkte an Rundfunk- und CD-Produktionen mit.
Seit 2023 ist Olga Zhukova Organistin an der historischen Orgel der Martinikirche in Minden. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit engagiert sie sich sozial: In den vergangenen Jahren gab sie mehr als 20 Benefizkonzerte zugunsten der Ukraine.
Das Konzert in Petersdorf verspricht somit nicht nur musikalische Virtuosität, sondern auch ein Zeichen für kulturelles Engagement und internationale Konzerttradition auf der Insel Fehmarn.
Foto: Viktoria Kalinina
ABGESAGT WEGEN ERKRANKUNG
Fuge, Fantasie und Friedenssehnsucht
Konzert mit Starorganistin Dariia Lytvishko in Petersdorf
Dienstag, 26. August, 19:30 Uhr – Kirche St. Johannis, Fehmarn-Petersdorf
Eintritt frei – Spenden willkommen
Ein außergewöhnlicher musikalischer Sommerabend erwartet die Besucherinnen und Besucher der St. Johannis-Kirche in Petersdorf am Dienstag, den 26. August: Die in der Ukraine geborene Starorganistin Dariia Lytvishko gibt ein Solokonzert unter dem Titel „Fuge, Fantasie und Friedenssehnsucht“ – ein Programm, das klanglich wie inhaltlich Brücken schlägt: von der barocken Strenge Johann Sebastian Bachs bis zur emotional aufgeladenen Klangsprachemoderner Komponisten wie James MacMillan und Zsolt Gárdonyi.
Die vielfach ausgezeichnete Musikerin zählt heute zu den herausragenden Organistinnen ihrer Generation. Sie konzertierte bereits in Kathedralen wie der Westminster Abbey und St. Paul’s in London, im Pantheon in Rom, im Hamburger Michel und auf renommierten internationalen Festivals. Mit nur 29 Jahren steht sie unter Exklusivvertrag beim Label NAXOS – ihre erste Solo- CD erscheint im September 2025. Und nun also Fehmarn.
Musik zwischen Ewigem und Aktuellem
Lytvishkos Programm beginnt mit einem der monumentalsten Werke des Barock: dem Präludium Es-Dur BWV 552 von Johann Sebastian Bach, geschrieben im Jahr 1739. Es ist ein Stück, das in sich die Idee der Dreieinigkeit musikalisch darstellt – kraftvoll, klar und tiefgründig. Ein würdiger Auftakt.
Doch das Konzert verharrt nicht in historischen Sphären. Mit
der berührenden „Melodie“ des Ukrainers Myroslaw Skoryk, die in der Bearbeitung für Orgel eine fragile, sehnsuchtsvolle Atmosphäre schafft, schlägt Lytvishko den Bogen in ihre Heimat. Dass sie seit Beginn des russischen Angriffskrieges über 40 Benefizkonzerte gab und damit rund 70.000 Euro für Hilfsprojekte sammelte, verleiht ihrem Spiel zusätzliche Tiefe und Dringlichkeit.
Auch Werke von Hugo Distler, Felix Mendelssohn, Wolfgang Amadeus Mozart und Alexandre Pierre François Boëly stehen auf dem Programm – jede Komposition ein kleines Universum für sich. Mozarts Fantasie in f- Moll, ursprünglich für ein mechanisches Uhrwerk geschrieben, zeigt sich dabei von einer ebenso verspielten wie feinsinnigen Seite.
Spannend wird es mit „Mozart Changes“ des ungarischen
Komponisten Zsolt Gárdonyi, der dem berühmten Thema ein modernes musikalisches Gewand überzieht. Den Abschluss bildet das kraftvolle Werk „Kenga e Krushqve“ des schottischen Komponisten James MacMillan, eine hoch emotionale musikalische Darstellung einer traditionellen Hochzeitsklage – klanggewaltig und tief berührend.
Große Kunst in kleiner Kirche
Dass eine international gefragte Musikerin wie Dariia Lytvishko in der Johanniskirche von Petersdorf gastiert, ist ein Glücksfall – für Einheimische wie für Gäste der Insel. Ihr letzter Auftritt in der Region – ein Friedenskonzert mit der russischen Pianistin Olga Zhukova in Heiligenhafen – wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Auch in Petersdorf darf man sich auf eine außergewöhnliche musikalische Begegnung freuen: mit einer Künstlerin, deren Spiel gleichermaßen Präzision, Ausdruckskraft und Menschlichkeit vereint.

