Schatzkammer Stadtarchiv

Stadtarchiv 20170228 7501 CC 15cmUnter dem Dach des Burger Rathauses lagern Dokumente aus Jahrhunderten

Hoch oben im Burger Rathaus befindet sich eine wahre Schatzkammer: das Stadtarchiv. Es ist das verwinkelte Reich von Archivleiter Heinz Voderberg und seinen Mitarbeitern Elisabeth Frohberg, Jörn Bahrs und Hans Wilken. Das Team setzt sich unermüdlich und ehrenamtlich für die Bewahrung und Archivierung unzähliger wertvoller Dokumente zur Stadt- und Inselgeschichte ein. Auf 621 Regalmetern sind Verwaltungsakten aus dem 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit, Amtsbücher, Schenkungen, Nachlässe, Depositen, Karten, Fotos, Filme, Bücher, Zeitungen und weitere Sammlungen archiviert. Das älteste Dokument ist das Fragement eines Stadtbuches aus dem Jahr 1372.

Heinz Voderberg

Voderberg Stadtfuehrung 20170720 CC 8192Heinz Voderberg hat am 1. Juli 2009 das Stadtarchiv von Karl-Wilhelm Klahn übernommen und ist als Archivpfleger zuständig für das Stadtarchiv Fehmarn im Burger Rathaus und das Amtsarchiv der ehemaligen Landgemeinden im alten „Amt Fehmarn“. Das Stadtarchiv war bis zur Fusion 2003 zur Stadt Insel Fehmarn nur für Burg angelegt, seitdem werden alle historischen Unterlagen Fehmarns dort gesichtet und betreut. Das Amtsarchiv baut Heinz Voderberg seit 2003 auf. Der ehemalige Polizist (Jahrgang 1942) veranstaltet heute die beliebten Stadtführungen.

Karl-Wilhelm Klahn

Klahn Uniform MG 4428 KollenbergAuch Karl-Wilhelm Klahn, geboren 5. Januar 1930 in Burg auf Fehmarn, hat sich einen Namen gemacht als Kenner der fehmarnschen Geschichte. Schon als Junge ging er dem Konrektor Laage im Turmzimmer des Rathauses zur Hand, wenn dieser archivaischen Studien nachging. Bis zum Jahr 2009 war er Stadtarchivar und seine Liebe zur Eisenbahn und zur Heimat hatte einige Bücher über Fehmarn zum Ergebnis. Er erhielt die Ehrennadel für Verdienste um Fehmarn der Fehmarn-Stiftung und den Bürgering der Insel Fehmarn. Karl-Wilhelm Klahn tritt als Referent bei verschiedenen Veranstaltungen auf und erzählt in lebhafter Weise über Fehmarn, immer gespickt mit einigen Anekdoten.

Viele Jahre führte er Interessierte durch die Straßen von Burg und erzählte sein Wissen zu Häusern und Geschichte. Im Jahr 2007 hat Heinz Voderberg diese Aufgabe als Stadtführer übernommen.

Georg Liesenberg

Georg Liesenberg wurde am 7. Februar 1918 als siebtes Kind des Gastwirte-Ehepaares Henriette und Heinrich Liesenberg am Burger Markt Nr. 10, heute Kloppenburg, geboren. Der Stadtamtsrat Georg Liesenberg wirkte jahrzehntelang im Burger Rathaus und ging auch nach seiner Pensionierung Georg Laage zur Hand und löste ihn 1991 als Stadtarchivar ab. Herr Liesenberg verließ 2003 nach insgesamt 69 Dienstjahren das Archiv und übergab es Karl-Wilhelm Klahn. Für seine Verdienste zum Wohle des Volkes, seiner ehrenamtlichen Tätigkeit und der zahlreichen heimatkundlichen Veröffentlichungen erhielt Georg Liesenberg das Bundesverdienstkreuz und die Ehrennadel des Kreises Ostholstein. Gerog Liesenberg starb am 1. Juli 2009.

Georg Laage

Georg Laage vonMess sepiaGeorg Laage hat sich durch sein idealistisches aktives Inter¬esse an der Heimatgeschichte mit allen dazugehörigen Gebieten ausgezeich¬net und im besonderen die Familienforschung gefördert. Über ein halbes Jahrhundert hindurch war Georg Laage die Seele der Pflege des Geschichtsbewusstseins.
Als Sohn eines Brauers am 8.4.1902 in Kiel geboren, wurde er Lehrer. Wegen des Lehrerüberflusses nach dem Ersten Weltkrieg mußte er zunächst als Verwaltungsangestellter und als Lohnbuchhalter auf der Kruppschen Germaniawerft in Kiel arbeiten, ehe er am l. Oktober 1924 einen Lehrauftrag für die Volksschule in Burg auf Feh¬marn erhielt. 1927 wurde er nach der Zweiten Lehrerprüfung fest angestellt. Seine Prüfungsarbeit „Beiträge zur Geschichte des Schulwesens in Burg auf Fehmarn" bezeichnet zugleich den Beginn seiner archivpflegerischen Tätigkeit mit der Ordnung der Archive des früheren fehmarnschen Amtshauses, der Kirchspielvogtei und des Amtsbezirks Bannesdorf.

Peter Wiepert

Peter Wiepert war Bauer, fehmarnscher Heimatforscher und Leiter des Heimatmuseums in Burg auf Fehmarn – das heute seinen Namen trägt – und Schriftsteller. Er wurde am 19. Juli 1890 in Bisdorf auf Fehmarn geboren und starb dort am 21. Februar 1980. Wiepert begann nach eigenen Angaben schon als Jugendlicher mit heimatkundlichen Forschungen zu Geschichte und Brauchtum der Insel Fehmarn. Während der Weimarer Republik schrieb er Aufsätze für Zeitungen und Zeitschriften. Im Jahr 1941 erschien ein Fehmarn-Buch von Wiepert im Verlag der SS-Stiftung „Ahnenerbe“. Nach Kriegsende wurde er von den Alliierten für einige Monate interniert.

Bis zu seinem Tod lieferte er noch zahlreiche Beiträge auf hochdeutsch und plattdeutsch für Zeitungen und Zeitschriften, ebenso für Hörfunk und Fernsehen. Einige seiner Schriften veröffentlichte er im Selbstverlag. Die fehmarnsche Bevölkerung freute sich zeitweise über Geschichten-Heftchen, die er zu Weihnachten herausbrachte. Peter Wiepert beließ es nicht bei den trockenen Tatsachen, er fügte stets Erzählungen und Sagen hinzu, so dass seine Texte für Kurzweil und Belustigung sorgten. Er wurde als erster 1980 von Fritz Mackeprang von der Fehmarnstiftung für Verdienste um die Insel ausgezeichnet.

Christian Kortholt der Ältere

Aufzeichnungen von Christian Kortholt der Ältere, geboren 15. Januar 1633 in Burg auf Fehmarn als Sohn eines Kaufmanns, sind noch erhalten. Er besuchte die Schulen in Schleswig und Stettin, studierte auf der Uni Rostock Philosophie und Theologie und hielt dort auch Privatvorlesungen, weshalb er 1656 zum Magister ernannt wurde. Später besuchte er die Universitäten Jena, Leipzig und Wittenberg und wurde 1663 Professor der griechischen Sprache, dann Doktor und 1664 ordentlicher Professor der Theologie. Am 17. April 1665 wurde er zum Professor der Theologie nach Kiel berufen. Er starb am 1. April 1694 als Prorector der vaterländischen Universität in Kiel.

Für Fehmaraner ist besonders neben Kortholts „Femaria desolata“ sein Büchlein über die Heilung eines vom Teufel besessenen Knaben in Burg auf Fehmarn von Interesse, das mancherlei Einblicke in die damaligen Sitten und religiösen Anschauungen der Fehmaraner gewährt.

Pastor Richard Trede

Am 30.November 1924 wurde Pastor Richard Trede 32-jährig in der ehrwürdigen Burger Kirche als Seelsorger der Gemeinde eingeführt, am 31. März 1960 ist er nach 37-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand getreten. In dem Buch „Wenn Steine reden können“ hat Richard Trede eine Zusammenstellung der Mitteilungsblätter „Ein Gruß der Burger Kirche für Stadt und Land“ veröffentlicht und Bücher über die St. Nikolai-Kirche und Burg geschrieben. Richard Trede lebte von 1892 bis 1965.

Friedrich Wilhelm Otte

Der Ökonomierat Friedrich Wilhelm Otte lebte von 1763 bis 1850 und stammte aus einer reichen Familie aus Eckernförde. Als Nachfolger seines Cousins als Oberlandinspektor in den Herzogtümern Schleswig und Holstein

Verfasste er 1796 „Ökonomischstatistische Beschreibung der Insel Fehmern“. Hier hat Friedrich Wilhelm Otte die Insulaner folgendermaßen charakterisiert: „Ein gesunder, fest gebauter Körper, der rauhe Himmelsstrich, die Nähe des nicht selten empörten Meeres, das durch die Volkssagen noch lebhaft erhaltenen Andenken der kriegerischen Taten der Vorfahren, der fortdauernde Besitz aller Vorrechte, die wegen der insularen Lage höchst seltene Vermischung mit Fremden, die in der bürgerlichen Verfassung gegründete Theilnahme an den öffentlichen Geschäften, die Güte und Fruchtbarkeit des Bodens, verbunden mit der Ergiebigkeit anderer Nahrungsquellen und der dadurch verschaffenen Leichtigkeit zur Vermehrung des äußeren Wohlstandes, sind Gründe hinreichend, um sich einen gewissen Grad des Selbstgefühle, der Unerschrockenheit, des Nationalstolzes, der Selbstschätzung, des Erwerbsfleißes und der sorgfältigen Vermehrung der Glücksgüter durch Sparsamkeit, daraus begreiflich zu machen“.

Dr. Johann Voß

Dr. Johann Voß ist einer der Gründer des Fehmarn-Museums, ehemals Peter-Wiepert-Museum, das Gegenstände zu den Themen Geologie der Insel Fehmarn, Regionalgeschichte, regionale Kulturgeschichte, Handwerk, Gilden, Seefahrt und Jagd sowie Volkskunde zeigt. Der Sanitätsrat und Lehrer Dr. Johann Voß richtete es in zwei Räumen der alten Stadtschule ein. Ab 1940 erfolgte nach Einbeziehung des benachbarten ehemaligen Organistenhauses die Erweiterung der Schausammlung auf über 20 Räume durch den damaligen Museumsleiter Peter Wiepert. 1980 schließlich wurde das Heimatmuseum um das unmittelbar angrenzende ehemalige Pfarrwitwenhaus von 1581 erweitert.

Der Lehrer Dr. Johann Voß verfasste die „Chronikartige Beschreibung der Insel Fehmarn“, (1889 erster Teil, 1891 zweiter Teil), die 1978 wieder aufgelegt wurde. Er wurde am 08.09.1853 in Vaale im Kreis Wacken geboren und starb am 18.09.1914 in Bergedorf.

Julius Wichmann

Wichmann Julius webHeinrich Julius Wichmann wurde am 16. November 1854 als siebtes von zehn Kindern des Zimmermeisters Johann Carl Wichmann und seiner Frau Margareta Elisabeth Hinz in Burg/Fehmarn, Sahrensdorfer Straße 24 geboren.
Er besucht hier die Volksschule und wird im Zimmereigeschäft seines Vaters Lehrling und Geselle. Er geht auf Wanderschaft, gibt die Zimmereiarbeit auf und betreibt ab 1909 in Hamburg ein kleines Papier- und Zigarrengeschäft und gründet den „Verein der Fehmaraner in Hamburg“.

Im Einwohnermeldebuch Hamburg (Jahrgang 1920) wird (ohne Adressenangabe) vermerkt: „Heinrich J. Wichmann: Firma erloschen“.
Er heiratet vor 1890 in Altona Anna Wilhelmine Lafrenz, ihre drei Kinder Carl Wilhelm (*7.11.1890), Anna Christa (* 6.2.1904) und Arnold Julius (* 29.11.1909) werden in Altona geboren.